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Beschreibung der Unterrichtsangebote

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Beschreibung der Unterrichtsangebote

 

Spezial Klasse Oberstufe
für alle Black Shirts der IAW und Anwärter ab dem 6. Schülergrad
Unterrichtsangebot: einmal im Monat

Das Thema der SC ist die Wiederholung der Basisprogramme so wie die Vertiefung der 1. Sektion Chi Sao und deren Anwendung in der Oberstufe. Da die einzelnen Programme sehr detailliert besprochen, bis in die kleinste Bewegung geteilt und anschließend trainiert werden ist hier eine Mindestgraduierung und die daraus resultierende Erfahrung erforderlich.
Die Special Class schult das Kombinations- und Anwendungsverständnis der Programme der Grund- Mittel und Oderstufe bis hin zum Pre-Primary Level. Durch diesen sehr speziellen Unterricht bleibt keines der Programme ungeklärt. In Theorie und Praxis werden hier alle Aspekte eines jeden Abschnitts besprochen und geübt.
Speziell für Assistenz Ausbilder, Ausbilder und Lehrer ist diese monatlich durchgeführte Klasse eine geeignete Möglichkeit, um sich auf das Unterrichten der Schülerprogramme vorzubereiten. Ansonsten bietet es den Fortgeschrittensten Schülern eine Auffrischung und Vervollständigung des zuvor Gelernten und verbessert durch intensive Betrachtung der Details die Bewegungsmotorik.

Die Technician Class
Mindestgraduierung: Pre-Primary Level
Unterrichtsangebot: einmal im Monat

Das Ziel dieser Klasse ist es die 2. bis 7. Chi Sao Sektion intensiv zu üben. Dazu gehört das Wissen um den Sinn einer jeden Sektion, bis hin zum vollständigen Programm des zweiten Technikergrades. Nicht zu vergessen die Möglichkeiten der Anwendung dieser Sektionen, die das erlernte auf eine nüchterne Art und Weise abrunden und dazu verhelfen eine jede Bewegung im Detail zu verstehen. Nur so entsteht die logische Verbindung aller Teile und lässt diese zu einem vollendeten Ganzen verschmelzen.
Die ersten sieben Sektionen beinhalten wohl die interessantesten Bewegungsmuster überhaupt. Ohne das exakte Wissen um die benannten ersten sieben Sektionen ist es dem Studenten des WingChun nicht möglich in die höchsten Lehren des Systems Einblick zu erhalten. Nur mit dem echten Verständnis der ersten sieben Sektionen und somit der ersten beiden Formen des Systems ist es ein leichtes den tatsächlichen Zweck der oft als so geheim angesehenen Biu Jee und Mok Yan Jang zu erfassen.
Durch ständige Widerholung des Gelernten ist der Student schon in kürzester Zeit in der Lage in den Bewegungen mit Leichtigkeit und schier gedankenlos zu fließen.

Die Combat Class
Mindestgraduierung: Keine
Unterrichtsangebot: einmal im Quartal

Combat Training ist der Grundstoff der WingChun Ausbildung und entwickelt die Fähigkeit zur Flexibilität in den Anwendungen des Lat Sao. Das Combat Training hilft die Lat Sao Programme im Kern zu verstehen und frei umzusetzen. Des weiteren wird das schnelle Erkennen und somit die Entscheidungsgeschwindigkeit bestmöglich geschult. Dies ist die Voraussetzung für den Fortschritt im WingChun und erleichtert das Verständnis für die Programme der Ober- und Technikerstufe.
Das gesamte Combat Programm ist Prüfungsbestandteil in den Vor- und Hauptprüfungen der Oberstufe (ab dem 9. Student Level) und der Technikerstufe. Alle Vorprüfungen werden von den jeweiligen Akademieleitern durchgeführt, wobei ein einwandfreies Beherrschen der Combat Programme erwartet wird.
Zum Combat Unterricht und folglich zu allen Prüfungen ab dem 9. Student Level, ist eine Schutzausstattung notwendig. Dazu gehören Schienbeinschutz, Knie- und Ellenbogenschutz und bei Männern der Tiefschutz.

Das Seminar
Mindestgraduierung: keine

Ein Seminar dient zum intensiven Trainieren der aktuellen Programme. Bei Seminaren werden Bewegungen eingeschleift und zusammenhängende Programmabschnitte geübt.
Bei Seminaren können auch (mit Voranmeldung durch den jeweiligen Akademie-Leiter) Schüler Prüfungen, bis zum 11. Student Level, abgenommen werden. Die Prüfungen zum Pre-Primary Level so wie die der Techniker Grade finden im HQ zu einem speziell dafür geplanten Termin statt.
Das Seminar sollte als Weiterbildung angesehen werden. Für WingChun Schüler empfiehlt es sich, regelmäßig, etwa alle 2 – 3 Monate, an Seminaren teilzunehmen, um die aktuelle Entwicklung nicht zu verpassen. Unsere Kunst bleibt niemals stehen und ich selbst bin immer wieder bereit meine Lehrmethoden der aktuellen Entwicklung anzupassen, um meinen Schülern meine neuesten Sichtweisen und Erkenntnisse mitzuteilen.

Das Escrima Squad der International Academy of WingChun

In unserem Escrima unterrichten wir den Einsatz funktioneller Waffen der verschiedensten Kulturen. Der Unterricht beginnt mit dem einfachen Stock, über die Machete bis hin zu diversen Schwertarten. Nicht zu vergessen die Ausbildung mit Messern, Schildern, Tonfa, Palmstick und selbstverständlich auch (zur besonderen Körperschulung) die Handhabung äußerst ungewöhnlicher Waffen, wie etwa die einer Streitaxt. Ich hoffe hier die bedeutendsten Waffen genannt zu haben.

Unser Weg ist das unbedingte Vermeiden von Versportlichungen der Waffenkampf-Kunst. Wir verschwenden keine Zeit mit nutzlosen Kindereien, wie z.B. dem Wettkampf und dem so genannten Schaukampf. Derartige Zweckentfremdungen einer Kunst sind das genaue Gegenteil von dem, was in unseren Akademien gelehrt wird. Der Unterricht und das Training soll (unter Berücksichtigung des konkreten Zweckes) der Anwendung einer bestimmten Waffe, oder einer Waffenkombination, dienen. Der Bezug zur Realität, welcher von den Studenten stets gewahrt bleiben muss, schützt uns von Verletzungen und optimiert die Körperschulung. Denn ein notwendiger Respekt, nicht nur gegenüber anderen Studenten, sondern ex aequo auch gegenüber den diversen Waffen ist unabdinglich. Die Beherrschung des eigenen Körpers, ein wacher Geist und die Entschlusskraft, sind die ersten Etappen, die es sich lohnt zu erreichen.

Die historische Entwicklung der Waffenkampf-Kunst, unter dem Einfluss verschiedener Kulturen bis hin zur Entstehung des heutigen Escrima.

Escrima war einst ein Oberbegriff für verschiedene Stilrichtungen der Waffenkampf-Kunst, der mit großer Wahrscheinlichkeit von der spanischen Bezeichnung für Fechten "Esgrima" abgeleitet wurde. Auch im Französischen steht das Wort " Escrime " für Fechtkunst.

Das jedoch meist verbreitete Wort für Stock-Kampf dürfte wohl Arnis sein, das synonym für Escrima steht. Man verwendete auch andere, weniger bekannte Begriffe, wie Fraile oder Estocada, so auch das Wort Arnis de Mano, welches aus dem Spanischen kommt und als Harnisch (Schutz) der Hand zu übersetzen wäre. Waffenlose Techniken wurden in dieser Kunst eher als sekundär betrachtet. Früher nannte man diese Kali. Dieses kann als Handbewegung interpretiert werden und setzt sich aus den Worten Camot und Lehok zusammen. Auf den Philippinen wurde bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts keine bedeutende Waffenkampf-Kunst gelehrt. Erst durch und mit den Kolonialisierungsversuchen wurden funktionelle Waffenkampf-Künste auf den Philippinen bekannt.

Escrima entwickelte sich über die Jahrhunderte unter indischen, indonesischen, malaiischen und spanischen Einflüssen zu einer eigenständigen Waffenkampf-Kunst, eine Tatsache, die der philippinische Stolz nicht immer akzeptiert. Oft lese ich „philippinische Waffenkampf-Kunst“ und muss dabei schmunzeln, denn waren die Filipinos nicht die Verlierer? Das nenne ich ein geschichtliches Missverständnis

Als einer der ersten Europäer machte der, unter spanischer Flagge segelnde, portugiesische Seefahrer und Eroberer Ferdinand Magellan mit den zahlenmäßig überlegenen Filipinos eine unangenehme Bekanntschaft. Nachdem Magellan auf der Insel Mactan in den Zentral-Philippinen gelandet war, versuchte er Besitzansprüche der spanischen Krone auf die umliegenden Inseln geltend zu machen. Als sich die Inselbevölkerung widersetzte, kam es am 27. April 1521 zur Schlacht von Mactan, in der die spanischen Eroberer durch Lapu Lapu und seine Krieger vernichtend geschlagen wurden. Ferdinand Magellan verlor in dieser Schlacht sein Leben. Den überlieferten Aufzeichnungen des italienischen Chronikers Antonio Pigaffetta, der Magellans Flotte angehörte, ist zu entnehmen, dass die Krieger Lapu Lapus, lediglich ausgerüstet mit Macheten, Hartholzstöcken, kurzen Schwertern und Speeren, unter Einsatz primitiver Kampftechniken, das gut ausgerüstete spanische Heer besiegten.

Nun vom Mythos zu einigen geschichtlichen Begebenheiten. Magellan hatte nur 45 Männer mit Speeren, Helebarden, einfachen Rüstungen und ein paar Handfeuerwaffen. Kriegerkönig Lapu Lapu hatte über 1100 Inselbewohner an seiner Seite. Magellans Mannschaft war somit an Anzahl, zwanzig zu einem Mann, weit übertroffen. Daher war es nicht gerade eine Überraschung, dass er in diesem Hagel von Pfeilen und Speeren zu Tode kam. In der Geschichtsschreibung wird dieser Sachverhalt ungern in Erwägung gezogen, wie auch die Tatsache, dass Magellans Schiff letztendlich entkam. In den meisten Geschichten über die Entstehung des Escrima hatte man stets versucht den philippinischen Stolz nicht zu verletzen und die einheimischen Fertigkeiten der Waffenkampf-Kunst hervorzuheben. Besonders eine Tatsache wird hierbei ganz und gar vergessen. Im Jahre 1571 gab es einen anderen spanischen Erkunder mit der Order die Inseln zu kolonialisieren. Dieses mal waren die spanischen Waffenkampf-Künste den Fähigkeiten der Filipinos weit überlegen. Die spanischen Bordkanonen waren zu dieser Zeit sehr ungenau und konnten die unterlegene Anzahl der Krieger auf keinen Fall ausgleichen. Hinzu kommt, dass die Spanier sehr weit von ihrer Heimat und ihren Familien entfernt und unter ungewohnten klimatischen Bedingungen kämpfen mussten.

Also kamen die Spanier ein halbes Jahrhundert mit einem weitaus größeren Heer zurück und leiteten damit eine fast 400-jährige Besetzung der Philippinen ein. Dennoch wird in den philippinischen Geschichtsschreibungen selten von spanischer Überlegenheit und schon gar nicht von hervorragenden spanischen Waffenmeistern gesprochen. Sicher ist, dass das spanische Rapier- und Dagger System großen Einfluss auf die philippinischen Waffenkampfkünste hatte. Spanische und portugiesische Seefahrer benutzten schon Mitte des 15. Jahrhunderts schneidende und stoßende Schwerter und es gab schon zu dieser Zeit sehr berühmte spanische und italienische Meister, wie Manciolino, Marozzo und Altoni. Etwas später im Rapier-Stil auch spanische Meister wie Carranza und De Narvaes. Für die Spanier war das Rapier eine Waffe der Oberschicht. Die Seeleute waren an kurzen, leichten, stoßenden und schneidenden Klingen ausgebildet und vertrauten ihrer Ausbildung, die das schnelle Aufschlitzen des Gegners in den Vordergrund stellte. Sicher ist, dass die Filipinos durch die Eroberungsversuche anderer Kulturen im Laufe der Zeit viel dazulernten und so ihre Kampfkunst verbesserten. Oftmals werden Gewinner Opfer ihres militärischen Erfolges und vergessen die Grundlage und den Ursprung ihrer damaligen Überlegenheit. Um einen Überblick über die westliche Waffenkampf-Kunst zu bekommen, muss man, an ethischem Stolz und politischer Korrektheit vorbei, historische Fakten akzeptieren, denn sie werden und das sei Gewiss, dem Stolz letztendlich keinen Schaden zufügen. Das wichtigste Argument, warum die philippinischen Krieger weitgehend Stöcke und Bolos (Macheten ähnlich) und nur selten Schwerter zum Kämpfen benutzten war unter anderem ein Rückstand in der Technologie der Metallverarbeitung. Später wurde diese zwar verbessert, konnte aber der Kunst wenig Nutzen bringen, denn alle Waffen wurden von den spanischen Lehnsherren konfisziert.

So blieben feuergehärtete Stöcke und Macheten (Arbeitsgeräte) die Volkswaffen der Filipinos, die der spanischen Renaissance eine Aufwertung der schon bestehenden Kampfkunst mit Schwertformen, Schwert und Schild, Schwert und Messer verdanken. So könnte es möglich sein, dass aus bestehenden Stilen wie Serrada (Einzelwaffen-Stil), Dos Manos und Banda y Banda (Doppelwaffen-Stil) oder Cadena de Mano (Kettenhände) neue Stile wie z.B. Espada y Daga (Schwert und Dolch) kreiert wurden.

Während der spanischen und der darauf folgenden amerikanischen, so wie der japanischen Besetzung wurde Escrima gegen den Willen der jeweiligen Besatzer als Geheimkunst, innerhalb der Familienverbände und im engsten Freundeskreis von Generation zu Generation weitergegeben. Nicht von sportlichen oder religiösen Aspekten, sondern vom täglichen Überlebenskampf der Filipinos geprägt, entwickelte sich Escrima zu einer der gefürchtetsten und effektivsten Waffenkampf-Künste. Als diese Kunst wieder aus dem Untergrund hervortrat, konnte sie von den Spaniern nicht wieder erkannt werden, denn Escrima erschien getarnt als Tanz zu einer Volksmusik, wobei die Bewegungen tänzerisch und ohne Waffen vorgeführt wurden. Die Waffenkampf-Kunst war aber keinesfalls gestorben. Dies konnte die Besatzungsmacht jedes Mal feststellen, wenn es wieder eine Revolte gab. Erst im Jahre 1898, am Ende der spanischen Herrschaft, als die Amerikaner die Macht übernahmen, wurde das Verbot aufgehoben. Freundschaftliche „Wettkämpfe“ wurden an Feiertagen öffentlich gezeigt, aber die Lehrer öffneten ihre Türen immer noch nicht und Escrima blieb eine Geheimkunst.

Viele Filipinos emigrierten zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Hawaii und in die USA (zum größten Teil nach Stockton, Californien), von wo aus später die internationale Verbreitung der Waffenkampf-Künste begann. Jedoch erst Mitte der 60er Jahre setzte eine, von kommerziellen Interessen geprägte Versportlichung der Waffenkampf-Künste ein. Die Veränderung der ursprünglichen Techniken und Kampf-Prinzipien hatte eine starke Verbreitung zur Folge, wobei die Effektivität der einst gefürchteten Waffenkampf-Kunst nach und nach (Mit dem Ermöglichen von Wettkämpfe, wird eine Kampfkunst immer zur Sinnlosigkeit degradiert) verloren ging. Heute gibt es nur noch sehr wenige Escrima-Lehrer, die in der Lage sind funktionelle Techniken und Konzepte zu unterrichten. .

In zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen und Zweikämpfen im Zeitraum von mehreren Jahrhunderten konnten sich nur die wirksamsten Methoden und Konzepte behaupten. Ähnlich wie die, in den vergangenen Jahrhunderten in Europa durchgeführten Duelle mit Schwert, Säbel, Degen oder Rapier, waren auf den Philippinen noch bis vor wenigen Jahrzehnten blutige Zweikämpfe zwischen rivalisierenden Escrima-Stilen keine Seltenheit. Diese so genannten Herausforderungskämpfe wurden traditionell ohne Schutzausrüstung und einschränkende Regeln durchgeführt. In den meisten Fällen verwendeten die Kämpfer je einen 60-65 cm langen Rattan- oder Hartholzstock. Ein Kampf wurde durch Aufgabe oder Kampfunfähigkeit eines Kämpfers beendet. Bis in die 60er Jahre konnte sich Escrima noch als reine Kriegskunst behaupten. Jeder Escrima-Experte, der anfing selbstständig zu unterrichten, musste damit rechnen, von anderen Escrima-Kämpfern herausgefordert zu werden.

Die Wiederentdeckung von Escrima muss wohl (leider) der Filmwelt zugeschrieben werden. Durch Darstellung des Gebrauchs von Stöcken in diversen Filmen trat die alte Kampfkunst Escrima wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Letztendlich kann man die in Jahrhunderten entstandene Waffenkampf-Kunst keinem bestimmten Land sicher zuordnen. Der Name Escrima ist für die Kunst des Kämpfens mit Waffen weltweit gebräuchlich. Escrima (wie es heute gelehrt wird) hat, entgegen vieler Auffassungen, einen weitgehend europäischen Ursprung. Dies ist die wahre und verborgene Identität dieser Waffenkampf-Kunst.

Sifu Klaus Brand

Direktor der Int. Academy of WingChun - Escrima Squad

 

Beim Escrima kann jeder, unabhängig von seiner Graduierung mitmachen.

 

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